Projekt „Recht habt Ihr!“ – Wallschule 2011

„Kinder dürfen mitbestimmen. Sie dürfen ihre Meinung sagen, und die soll von den Erwachsenen ernst genommen werden!“ fasst Sophie, 9 Jahre, ihre Erfahrungen zusammen, die sie im Projekt „Recht habt ihr!“ des Kinderschutzbundes Oldenburg gesammelt hat.

Acht Kinder des Hortes an der Wallschule trafen sich fast zehn Wochen lang, um mit Diana Schmidt, Sozialarbeiterin (MA) im Kinderschutzbund, ihre Kinderrechte kennen zu lernen, darüber zu diskutieren und zu überlegen, wo ihre Rechte in Deutschland beachtet werden und wo nicht. Die Kinder präsentieren ihre Arbeitsergebnisse nun den Vorständen des Kindertagesstätten – und Beratungsverbandes (KIB) und des Kinderschutzbundes.

Kinderrechte kennen lernen

Stolz wurde von der geschichtlichen Entwicklung bis hin zur konkreten Umsetzung berichtet. „Uns vom Kinderschutzbund ist es wichtig, die Kinder in ihrer Persönlichkeit zu stärken.“, so Diana Schmidt, „im ersten Schritt sollen sie wichtige Rechte kennenlernen. Dann überlegen wir gemeinsam, was für Möglichkeiten die Kinder haben, um bei Dingen, die sie betreffen, mitzubestimmen.“ Auch in Deutschland werden Kinderrechte immer noch zu wenig beachtet. Sei es bei der Spielplatzgestaltung, bei sicheren Verkehrswegen, bei Mitspracherechten auf kommunaler Ebene: Kinder werden oftmals zu wenig gehört und gesehen. Daher fordert der Kinderschutzbund seit Jahren, dass die Kinderrechte fest in das Grundgesetz der Bundesrepublik verankert werden müssen. Denn nur so haben sie eine rechtliche Verbindlichkeit und könnten eingeklagt werden, könnten Verletzungen von Rechten offener gemacht werden.

Durch das Projekt „Recht habt ihr!“ hat der KIB seine bestehende Zusammenarbeit mit dem Kinderschutzbund weiter ausgebaut. Die Zusammenarbeit beider Vereine besteht schon seit einigen Jahren; die direkte Zusammenarbeit auf Kinderebene ist neu. Als besonderes Highlight besuchte ein Kamerateam von NWZ – TV die Präsentation und lud zum Interview. Hier konnten die Kinder dann gleich vor laufender Kamera beweisen, dass sie echte Kinderrechteexperten sind.

„Ich finde es nicht gut, dass Kinder oft nicht gefragt werden, das Erwachsene einfach so entscheiden“, kritisiert Philipp. „Und ich würde mir mehr Beteiligung von Kindern wünschen. Zum Beispiel wenn ein Spielplatz neu gebaut wird“, ergänzt Mona. „Ich habe hier viel Neues erfahren und bin gerne zu den Treffen gekommen.“ berichtet Noah (9). Und Max (10) ergänzt: „Mir hat gefallen, dass es viel um uns ging, dass wir sagen konnten, was uns wichtig ist.“ Ein wichtiges Projekt, das durch die gute Zusammenarbeit von KIB und Kinderschutzbund möglich wurde und das hoffentlich viele neue Auflagen erfährt. Konkrete Planungen gibt es schon für das nächste Jahr – nun muss nur noch ein Sponsor gefunden werden, denn das knapp 1500 Euro teure Projekt finanziert sich ausschließlich über Spenden.

„Kinder dürfen mitbestimmen, ich darf mitbestimmen.“ sagt Melina zum Abschied, „das ist ein tolles Gefühl, mitreden zu dürfen„ lächelt sie stolz.
Mehr Kinder wie Melina in ihren Rechten zu bestärken ist Ziel des KIBs und des Kinderschutzbundes. Bleibt zu hoffen, dass sich großzügige Spender finden, die diese tolle Idee unterstützen.